Datenschutz für Azubis: Wie Ausbilder ihre Schützlinge optimal schulen

Dies ist ein Gastbeitrag des Berufsverbandes der Rechtsjournalisten e.V.

Vor allem junge Menschen machen sich oft wenig Gedanken darüber, was mit ihren Daten geschieht. Es ist für sie selbstverständlich, sich auf elektronischem Weg auszutauschen – häufig leider über alles und mit jedem. Damit allerdings sensible Betriebsinformationen nicht plötzlich in sozialen Netzwerken wie Instagram oder Facebook auftauchen, sollten Ausbilder ihre Azubis bestenfalls gleich zu Beginn der Ausbildung zur Seite nehmen und das Thema Datenschutz ansprechen.

D wie Datenschutzschulung: 3 Tipps für Ausbilder

Im Regelfall gehört es nicht nur zu den Aufgaben eines Ausbilders, fachliches Wissen und Fertigkeiten zu vermitteln. Vielmehr kommt ihm gewissermaßen auch ein Erziehungsauftrag zu. Diese Tatsache sollten Sie als Ausbilder stets im Hinterkopf behalten. Möchten Sie Ihren Azubis das teilweise doch sehr komplexe Thema „Datenschutz“ näherbringen, bietet sich eine entsprechende Schulung an. Sollte es in Ihrem Unternehmen bereits einen Datenschutzbeauftragten geben, kann es ebenfalls nicht schaden, ihn um Rat zu bitten.

Tipp Nummer 1: Es gibt keine dummen Fragen

Zunächst einmal sollte die Datenschutzschulung für Auszubildende so früh wie möglich stattfinden. Nur so können Sie als Ausbilder verhindern, dass Ihre Schützlinge unwissentlich bereits gegen die Vorschriften zum Datenschutz im Unternehmen verstoßen. Bedenken Sie bei Ihrer Schulung, dass junge Menschen nicht selten noch relativ grün hinter den Ohren sind, wenn es um datenschutzrechtliche Belange geht. Lassen Sie daher jede Frage zu (sei sie noch so abwegig) und geben Ihren Azubis die Möglichkeit, auch nach der Schulung auf Sie zuzukommen, sollte es Unsicherheiten geben.

Tipp Nummer 2: Fokussieren Sie sich auf praktische Beispiele

Es ist durchaus verständlich, dass sich Auszubildende nach Feierabend mit Freunden oder Arbeitskollegen über den Arbeitstag unterhalten möchten und beispielsweise besprechen, was gut lief und wo es möglicherweise noch Verbesserungsbedarf gibt. Dabei sollten sie jedoch eine gewisse Grenze nicht überschreiten. Personenbezogene Daten oder Betriebsgeheimnisse sollten definitiv unter Verschluss bleiben.

Erklären Sie Ihren Azubis daher anhand praktischer Beispiele, bis zu welchem Punkt solche Gespräche noch in Ordnung sind und ab wann sie zu weit gehen. Dabei bieten sich vor allem Beispiele an, in denen nicht korrekt gehandelt und gegen datenschutzrechtliche Bestimmungen verstoßen wurde. Erwähnen Sie an dieser Stelle ebenfalls, welche Konsequenzen Verstöße gegen den Datenschutz haben, um die Bedeutsamkeit dieses Themas hervorzuheben.

Tipp Nummer 3: Schriftliche Teilnahmebestätigung nicht vergessen

Nach der Datenschutzschulung sollten Sie sich schriftlich bestätigen lassen, welche Auszubildenden diese eigentlich absolviert haben. Dieser Schritt dient einerseits der rechtlichen Absicherung, andererseits führt es möglicherweise dazu, dass die Azubis die Ernsthaftigkeit der Sache verstehen. Achten Sie weiterhin darauf, Datenschutzverstöße konsequent zu ahnden – ansonsten wird sich wohl kaum jemand daran halten.

Welche Rechte und Pflichten es außerdem in Bezug auf den Datenschutz am Arbeitsplatz gibt, erfahren Interessierte auf dem Ratgeberportal datenschutz.org!

 


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Der Berufsverband der Rechtsjournalisten e.V. wurde im August 2015 von Rechtsanwalt Mathis Ruff in Berlin gegründet. Für den juristischen Laien steht einem grundlegenden Verständnis zumeist das „Juristendeutsch“ im Wege; entsprechende Recherchen gestalten sich in der Regel als zeitaufwendig und komplex. Ziel des Verbandes ist es daher, über zentrale rechtliche Themenkomplexe in einer verständlichen Sprache zu informieren. Der Berufsverband der Rechtsjournalisten e.V. stellt ausschließlich Informationsportale bereit, bietet jedoch keine Rechtsberatung an.

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